Führerschein umschreiben: Ablauf, Voraussetzungen und Kosten


Wer bereits einen Führerschein besitzt und dauerhaft in Deutschland lebt, muss nicht automatisch einen neuen Führerschein machen. Je nach Herkunft, Ausstellungsstaat und Art der vorhandenen Fahrerlaubnis kann stattdessen eine Umschreibung des Führerscheins infrage kommen.

Dabei gelten unterschiedliche Regelungen für Führerscheine aus EU- und EWR-Staaten, aus sogenannten Drittstaaten sowie für ältere deutsche Führerscheine.

Auf dieser Seite erfährst du, wann eine Führerschein Umschreibung notwendig oder sinnvoll sein kann, welche Unterlagen typischerweise eine Rolle spielen, wie der Ablauf funktioniert und mit welchen Kosten du rechnen solltest.

Wenn du zunächst wissen möchtest, welche Kosten beim Führerscheinerwerb generell entstehen können, findest du weitere Informationen unter Führerschein Kosten.

Was bedeutet Führerschein umschreiben?

Bei einer Umschreibung wird eine bereits vorhandene Fahrerlaubnis in eine deutsche Fahrerlaubnis beziehungsweise einen deutschen Führerschein überführt.

Das ist etwas anderes als ein erstmaliger Führerscheinerwerb.

Wer bereits eine gültige Fahrerlaubnis besitzt, sollte deshalb zunächst prüfen, welche Regelungen für seinen konkreten Führerschein gelten. Entscheidend sind unter anderem:

  • Ausstellungsstaat
  • Führerscheinklasse
  • Gültigkeit der Fahrerlaubnis
  • Wohnsitz beziehungsweise gewöhnlicher Aufenthalt
  • Ausstellungsdatum
  • persönliche Situation
  • gegebenenfalls bestehende Einschränkungen

Nicht jeder ausländische Führerschein muss sofort umgeschrieben werden. Die konkreten Anforderungen hängen von der jeweiligen Ausgangssituation ab.

Wann muss man einen Führerschein umschreiben?

Ob eine Umschreibung erforderlich ist, hängt vor allem davon ab, wo der Führerschein ausgestellt wurde und welche rechtlichen Regelungen für ihn gelten.

Bei einer Fahrerlaubnis aus einem EU- oder EWR-Staat gelten grundsätzlich andere Voraussetzungen als bei einem Führerschein aus einem Staat außerhalb dieses Bereichs. Auch bei älteren deutschen Führerscheinen kann ein Umtausch erforderlich werden.

Deshalb sollte nicht allein anhand des Begriffs „ausländischer Führerschein» entschieden werden.

Führerschein aus EU- oder EWR-Staaten

Wer einen Führerschein aus einem EU- oder EWR-Staat besitzt, befindet sich grundsätzlich in einer anderen Situation als jemand mit einer Fahrerlaubnis aus einem Drittstaat.

Innerhalb der Europäischen Union gelten besondere Regelungen zur gegenseitigen Anerkennung von Fahrerlaubnissen. In vielen Fällen kann eine gültige EU- oder EWR-Fahrerlaubnis in Deutschland genutzt werden, ohne dass unmittelbar eine deutsche Umschreibung erforderlich ist.

Es können jedoch besondere Situationen bestehen, beispielsweise bei bestimmten Fahrerlaubnisklassen, Befristungen oder wenn die Fahrerlaubnis unter besonderen Bedingungen erteilt wurde.

Weitere Informationen zu diesem speziellen Themenbereich findest du auf unserer Seite EU-Führerschein.

Führerschein aus einem Drittstaat

Anders kann die Situation bei Führerscheinen aus Staaten außerhalb der EU beziehungsweise des EWR aussehen. Hier hängt die weitere Nutzung in Deutschland unter anderem vom Ausstellungsstaat und den jeweils geltenden Regelungen ab.

Bei bestimmten Staaten kann eine vereinfachte Umschreibung möglich sein. In anderen Fällen können zusätzliche Anforderungen oder sogar Prüfungen erforderlich werden. Deshalb sollte vor einer Antragstellung genau geklärt werden, welche Regelungen für den jeweiligen Herkunftsstaat gelten.

Wie lange darf man mit einem ausländischen Führerschein in Deutschland fahren?

Auch diese Frage lässt sich nicht für alle ausländischen Führerscheine mit einer einzigen Frist beantworten. Entscheidend ist insbesondere, ob es sich um eine EU-/EWR-Fahrerlaubnis oder um einen Führerschein aus einem Drittstaat handelt und welche Voraussetzungen für die Nutzung in Deutschland bestehen.

Bei einem dauerhaften Aufenthalt in Deutschland können andere Regeln gelten als bei einem vorübergehenden Aufenthalt. Wer seinen gewöhnlichen Aufenthalt nach Deutschland verlegt, sollte deshalb frühzeitig prüfen, wie lange die vorhandene Fahrerlaubnis hier anerkannt wird und ob eine Umschreibung erforderlich wird.

Führerschein umschreiben: Voraussetzungen

Die Voraussetzungen hängen von der jeweiligen Fahrerlaubnis und dem Ausstellungsstaat ab. Typischerweise können folgende Punkte relevant sein:

  • gültiger Führerschein
  • Identitätsnachweis
  • Nachweis des Wohnsitzes beziehungsweise gewöhnlichen Aufenthalts
  • biometrisches Passfoto
  • gegebenenfalls Sehtest
  • gegebenenfalls ärztliche Nachweise
  • gegebenenfalls Übersetzung des Führerscheins
  • weitere Unterlagen abhängig vom Herkunftsstaat

Bei bestimmten Fahrerlaubnissen können zusätzliche Anforderungen gelten. Deshalb solltest du vor dem Antrag klären, welche Dokumente die zuständige Fahrerlaubnisbehörde für deinen konkreten Fall verlangt.

Eine allgemeine Übersicht über Führerschein Voraussetzungen findest du unter Führerschein Voraussetzungen.

Welche Unterlagen braucht man für die Umschreibung?

Eine vollständige Unterlagenliste kann je nach Fall unterschiedlich aussehen. Häufig können folgende Dokumente verlangt werden:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • ausländischer Führerschein
  • biometrisches Passfoto
  • Nachweis über den Wohnsitz
  • gegebenenfalls Übersetzung
  • gegebenenfalls weitere Nachweise

Bei bestimmten Staaten oder Fahrerlaubnisklassen können zusätzliche Dokumente erforderlich sein. Es ist deshalb sinnvoll, die Unterlagen vor dem Behördentermin vollständig zusammenzustellen.

Führerschein umschreiben lassen: Schritt für Schritt

1. Herkunft des Führerscheins prüfen

Zuerst sollte feststehen, in welchem Staat die Fahrerlaubnis ausgestellt wurde. Davon hängt ab, welche rechtlichen Regelungen für die Umschreibung gelten.

2. Fahrerlaubnisklasse prüfen

Anschließend solltest du feststellen, welche Fahrerlaubnisklassen dein vorhandener Führerschein umfasst. Gerade bei älteren oder ausländischen Führerscheinen kann die Bezeichnung von den heutigen deutschen Klassen abweichen. Eine Übersicht der deutschen Klassen findest du unter Führerscheinklassen.

3. Voraussetzungen klären

Im nächsten Schritt solltest du prüfen, ob eine Umschreibung ohne Prüfung möglich ist oder ob zusätzliche Anforderungen bestehen.

4. Unterlagen vorbereiten

Jetzt werden die für deinen Fall erforderlichen Dokumente zusammengestellt.

5. Antrag stellen

Der Antrag wird bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde eingereicht. Welche Behörde zuständig ist und ob vorher ein Termin vereinbart werden muss, hängt vom Wohnort und der jeweiligen Verwaltungsorganisation ab. Den allgemeinen Ablauf eines Führerscheinantrags erklären wir unter Führerschein beantragen.

6. Weitere Anforderungen erfüllen

Falls für deinen konkreten Fall zusätzliche Nachweise oder Prüfungen erforderlich sind, müssen diese vor Abschluss des Verfahrens erfüllt werden.

Wo kann man den Führerschein umschreiben?

Die Umschreibung erfolgt grundsätzlich über die zuständige Fahrerlaubnisbehörde. Welche Stelle für dich zuständig ist, hängt insbesondere von deinem Wohnort beziehungsweise gewöhnlichen Aufenthalt ab.

Vor dem Termin solltest du deshalb prüfen, welche Behörde deinen Antrag bearbeitet und welche Unterlagen dort verlangt werden.

Muss man bei der Umschreibung eine Prüfung machen?

Nicht jede Umschreibung erfordert automatisch eine neue Prüfung. Ob eine theoretische oder praktische Prüfung notwendig ist, hängt unter anderem vom Ausstellungsstaat und den für die jeweilige Fahrerlaubnis geltenden Regelungen ab.

Bei bestimmten Drittstaaten kann eine Prüfung erforderlich sein, während andere Fahrerlaubnisse unter vereinfachten Bedingungen umgeschrieben werden können. Deshalb sollte vor der Antragstellung genau geprüft werden, welche Anforderungen im individuellen Fall gelten.

Führerschein umschreiben ohne Prüfung

Eine Umschreibung ohne erneute Prüfung kann je nach Herkunftsstaat und Fahrerlaubnis möglich sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass dies für jeden ausländischen Führerschein gilt.

Entscheidend sind die jeweiligen gesetzlichen Regelungen und die konkrete Fahrerlaubnis. Wer auf eine Umschreibung ohne Prüfung hofft, sollte deshalb nicht von allgemeinen Aussagen im Internet ausgehen, sondern die konkrete Fahrerlaubnis und den Ausstellungsstaat prüfen lassen.

Führerschein umschreiben mit Prüfung

In bestimmten Fällen können eine theoretische oder praktische Prüfung erforderlich sein. Das betrifft insbesondere bestimmte Fahrerlaubnisse aus Staaten, für die keine vereinfachte Anerkennung beziehungsweise Umschreibung vorgesehen ist.

Wenn eine Prüfung notwendig ist, kann sich das Verfahren stärker an den Anforderungen des deutschen Führerscheinerwerbs orientieren. Informationen zum Ablauf der Prüfungen findest du unter Führerschein Prüfung.

Was kostet das Umschreiben eines Führerscheins?

Für die Umschreibung können behördliche Gebühren entstehen. Die tatsächlichen Kosten hängen vom jeweiligen Fall ab. Zusätzliche Ausgaben können beispielsweise entstehen für:

  • biometrisches Passfoto
  • Übersetzung
  • ärztliche Nachweise
  • Sehtest
  • theoretische Prüfung
  • praktische Prüfung
  • weitere erforderliche Unterlagen

Deshalb sollte nicht nur mit einer einzelnen Verwaltungsgebühr gerechnet werden. Wer die Kosten eines erstmaligen Führerscheinerwerbs vergleichen möchte, findet dazu eine ausführliche Übersicht unter Führerschein Kosten.

Wie lange dauert die Umschreibung?

Eine allgemeingültige Bearbeitungszeit gibt es nicht. Wie lange das Verfahren dauert, kann unter anderem davon abhängen, ob alle Unterlagen vollständig vorliegen, welche Behörde zuständig ist und ob zusätzliche Prüfungen oder Nachweise erforderlich sind.

Damit das Verfahren möglichst reibungslos abläuft, solltest du alle erforderlichen Unterlagen vor dem Termin vollständig zusammenstellen und offene Fragen frühzeitig klären.

Alter deutscher Führerschein umtauschen

Auch ältere deutsche Führerscheine im Scheckkartenformat oder im Papierformat können von einem Umtausch betroffen sein. Dabei geht es nicht um eine Umschreibung im eigentlichen Sinne, sondern um den Austausch eines älteren Dokuments gegen einen neuen Führerschein im EU-Kartenformat.

Die Fahrerlaubnis selbst bleibt dabei grundsätzlich bestehen. Es geht lediglich um das Dokument, nicht um eine neue Prüfung oder eine neue Fahrerlaubnis.

Für den Umtausch älterer deutscher Führerscheine gelten gestaffelte Fristen, die sich nach dem Geburtsjahr des Inhabers richten. Wer einen älteren Führerschein besitzt, sollte deshalb prüfen, bis wann ein Umtausch erforderlich ist.

Führerschein umschreiben: Häufige Fragen

Muss ich meinen ausländischen Führerschein sofort umschreiben lassen?

Das hängt vom Ausstellungsstaat und der Art der Fahrerlaubnis ab. Bei EU- oder EWR-Führerscheinen ist eine sofortige Umschreibung in der Regel nicht zwingend erforderlich. Bei Führerscheinen aus Drittstaaten können andere Regelungen gelten.

Kann ich meinen Führerschein ohne Prüfung umschreiben lassen?

In bestimmten Fällen ist eine Umschreibung ohne erneute Prüfung möglich. Das gilt jedoch nicht für alle ausländischen Führerscheine. Entscheidend sind der Ausstellungsstaat und die konkrete Fahrerlaubnis.

Welche Behörde ist für die Umschreibung zuständig?

Zuständig ist grundsätzlich die Fahrerlaubnisbehörde an deinem Wohnort beziehungsweise gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland.

Wie lange dauert die Umschreibung?

Die Bearbeitungszeit hängt von der jeweiligen Behörde, der Vollständigkeit der Unterlagen und dem konkreten Fall ab. Eine allgemeingültige Frist gibt es nicht.

Was kostet die Umschreibung?

Es fallen behördliche Gebühren an, die je nach Fall variieren können. Hinzu können Kosten für Passfoto, Sehtest, Übersetzung und gegebenenfalls Prüfungen kommen.

Wer stattdessen eine Fahrerlaubnis auf einem alternativen legalen Weg erwerben möchte, ohne den klassischen Umschreibungsweg zu gehen, findet alle Informationen dazu auf unserer Seite Fahrerlaubnis auf legalem Weg erwerben.


Markus Hoffmann, Führerscheinexperte und Redakteur bei FührerscheinExperten
Geschrieben und geprüft von
Markus Hoffmann ✓ Verifiziert
Führerscheinexperte & Redakteur bei FührerscheinExperten

Markus Hoffmann beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit dem deutschen Führerscheinrecht. Er erklärt komplexe Themen rund um Fahrerlaubnis, EU-Führerschein, MPU und Führerscheinklassen verständlich und praxisnah. Er hat mehr als 40 redaktionelle Inhalte geprüft und aktualisiert – auf Basis offizieller Quellen der Fahrerlaubnisbehörden und aktueller EU-Richtlinien.

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